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Vom Abrissplan zur UNESCO-Bwerbung – ein Rückblick
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5 Jahre Initiative Düsseldorfer Gaslicht

Vom Abrissplan zur
UNESCO-Bewerbung


Vor rund fünf Jahren hat sich die Initiative Düsseldorfer Gaslicht zusammengefunden. Viele aktive Bürger haben damit die Arbeit fortgesetzt, die 2009 von einer kleinen aktiven Gruppe um Prof. Gabriele Henkel begonnen worden war. Zeit für eine Zwischenbilanz: Was wurde erreicht, was ist noch zu tun?


2015 -– Die Ausgangssituation: Totalabriss mit wenigen Ausnahmen

Die Stadtverwaltung unter dem damaligen Ordnungs- und Verkehrsdezernenten Dr. Stephan Keller hatte eine klare kompromisslose Linie: Die Gasbeleuchtung muss weg. Allenfalls in denkmalgeschützten Gebieten sollten maximal 4.000 Gaslaternen stehen bleiben. Zitat eines Verwaltungsmitarbeiters: „Wenn Sie wollen, dass die Gaslaternen bei Ihnen bleiben, müssen Sie uns sagen, welche anderswo wegfallen sollen.” 

Auch zahlreiche Aktionen wie die vom heutigen Landtagsabgeordneten Rainer Matheisen (FDP) initiierte Petition mit über 10.000 Unterschriften und die Demonstration der Düsseldorfer Jonges im Hofgarten änderten nichts am Vorhaben der Verwaltung. Die Zahl 4.000 sollte in einem Ratsbeschluss festgeschrieben werden. Erst in letzter Minute gelang es, die Tür für einen Erhalt der Gaslaternen offen zu halten. Das Wörtchen „mindestens” wurde in den Beschluss eingefügt.


2016 – Geballter Protest bei „Bürgerbeteiligungen”

Dass die Düsseldorfer Bürger mit diesem Vorgehen nicht einverstanden waren, artikulierte sich dann deutlich bei den von der Verwaltung organisierten Veranstaltungen in den Stadtbezirken. Rund 800 Bürger nahmen daran teil. Dennoch war auf Seiten der Verwaltung kein Sinneswandel spürbar. Der kam erst, als Dr. Stephan Keller Stadtdirektor in Köln wurde.


2017 – Der konstruktive Dialog beginnt

Mit der neuen Beigeordneten Cornelia Zuschke änderte sich das Klima grundlegend. Aus Konfrontation wurde Kooperation. Das Empfinden der Bürger für ihre Stadt wurde erstmals wertgeschätzt. 

Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf AG, machte bei den Düsseldorfer Jonges deutlich: Die Gasbeleuchtung in Düsseldorf kann dauerhaft erhalten werden. Alle technischen und juristischen Probleme sind ausgeräumt, die notwendigen Zertifikate sind da und die Ersatzteilversorgung ist gesichert.

2018 – Intensiver Austausch

Rund um den Tag des Offenen Denkmals im September gab es eine Bürgerbeteiligung, die ihren Namen wirklich verdient. Im Henkelsaal und im Stadtmuseum wurden Fakten geklärt und Argumente ausgetauscht. Bei der offiziellen Eröffnung des Denkmaltags im Maxhaus wurden die Ergebnisse der Veranstaltungen präsentiert.


2019 – Detailarbeit in Arbeitsgruppen

Die Fragen, die sich aus dem Workshop ergaben, wurden ab Frühjahr 2019 in einem engen Dialog zwischen Initiative und Stadtverwaltung weiter behandelt. Mit Hilfe externer Experten und Moderatoren wurden in fünf Gruppen alle wesentlichen Fragen rund um den Erhalt der Düsseldorfer Gasbeleuchtung erörtert.

2020 – Der Ratsbeschluss

Mit einer durch Corona bedingten Verzögerung beschließt der Rat am 14. Mai den Erhalt von rund 10.000 Gaslaternen. Damit bleibt die Gasbeleuchtung in großen Teilen unserer Stadt als prägendes Element und Denkmal der Industriegeschichte erhalten.


Wie es weiter geht – Detailabstimmung und UNESCO-Bewerbung

Im Ratsbeschluss steht nicht, welche Gaslaternen genau erhalten werden. Hier wird  es noch  viele Fragen zu klären geben. Wir hoffen, dass dieser Dialogprozess auch nach der Oberbürgermeisterwahl genauso vertrauensvoll ablaufen wird wie bisher. Einen Rückfall in alte Zeiten wollen wir nicht erleben.

Unabhängig davon wird gemeinsam mit den Düsseldorfer Jonges das Verfahren zur Anerkennung der Düsseldorfer Gasbeleuchtung als UNESCO-Weltkulturerbe in Gang gesetzt. Das ist ein langwieriger Prozess mit ungewissem Ausgang, den wir aber mit großem Optimums angehen. Näheres dazu hier.

Es gibt also noch viel zu tun. Wir danken allen engagierten Bürgern für Ihre bisherige Unterstützung und sind sicher, dass wir auch künftig mit dem tatkräftigen Einsatz vieler Düsseldorferinnen und Düsseldorfer rechnen können.

29. August 2020

Oktober 2015: Die erste Pressekonferenz der Initiative im Kom(m)ödchen.
November 2015: Bürger protestieren vor dem Henkelsaal
Dezember 2015: Demonstration der Düsseldorfer Jonges im Hofgarten
Herbst 2016: Lebhafte Diskussionen bei Veranstaltungen in den Stadtbezirken
Mai 2016: Unser Gaslaternen-Film hat Premiere im Cinema
Juli 2017: Wir sammeln Statements zu den Gaslaternen beim Jubiläumsfest der Düsseldorfer Jonges
September 2018: Experten auf dem Podium im Henkelsaal zum Auftakt der Veranstaltungsreihe
September 2018: Die Ergebnisse des Workshops werden im Maxhaus vorgestellt.
2019: Stimmen prominenter Düsseldorfer im Video
Mai 2020: Mit durch Corona bedingter Verspätung entscheidet der Stadtrat, dass rund 10.000 Gaslaternen erhalten bleiben.
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