Copy
Newsletter der Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel
März 2017


Während die warmen Tage den Frühling ankündigen, kommt auch bei der Anlaufstelle Aufbruchstimmung auf. Zum einen führen wir, unter Mitwirkung von vielen Unterstützer*innen, gerade neue Angebote für Sans-Papiers ein. Zentrales Ziel dabei ist es, nicht nur individuelle Einzelberatungen anbieten zu können, sondern auch Räume zum gemeinsamen Austausch von Wissen zu schaffen. Mit den "Treffen und Angeboten für Menschen ohne Bewilligung" machen wir genau das. Mehr dazu unten.

Zum anderen sind wir weiterhin dabei, die vergangenes Jahr erkämpfte Öffnung der Härtefallpraxis in Basel-Stadt auch für die Zukunft zu festigen. Aufschwung erhalten wir dabei von den Neuigkeiten aus Genf: mit der Operation Papyrus nutzt der Kanton die Härtefallregelung, um auf breiter und transparenter Grundlage Sans-Papiers zu regularisieren. Es ist also einiges möglich, wenn der Wille da ist. Details zu der Operation Papyrus in Genf unten.

Schliesslich ist im Februar auch schon wieder die erste Stimme der Sans-Papiers für dieses Jahr erschienen. Informationen zum Inhalt weiter unten im Newsletter, die online-Version auch direkt hier.

Einen schönen Frühlingsanfang und liebe Grüsse
von der Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel


Rebgasse 1, 4058 Basel
061 681 56 10
basel@sans-papiers.ch
www.sans-papiers.ch
PC-Konto: 40-327601-1



Wenn Du den Newsletter nicht mehr erhalten willst, kannst Du Dich hier oder mit einer Email an basel@sans-papiers.ch abmelden.

Treffen und Angebote für Menschen ohne Bewilligung

Viele Sans-Papiers kommen zur Anlaufstelle, um Informationen, Rat und Unterstützung zu suchen. Bisher beraten wir Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung in vertraulichen Einzelberatungen, die aufgrund des grossen Andrangs oft auf die drängendsten Probleme beschränkt werden müssen. Raum dafür, Menschen in ähnlichen Situationen kennzulernen, sich zu vernetzen und gemeinsam Wissen auszutauschen, bleibt kaum.

Daher organisieren wir nun neuerdings mit Unterstützung vieler Beteiligter auch Treffen und Angebote für Menschen ohne Bewilligung. Zu verschiedenen Themen bieten wir Informationsabende, Austauschtreffen, Workshops etc., bei denen ein Austausch mit anderen Sans-Papiers möglich wird. Mit dabei sind jeweils auch Fachpersonen, die Rat und Unterstützung bieten.

Nun ist es wichtig, dass auch die Sans-Papiers, die unsere Stelle noch nicht kennen, auf die Angebote aufmerksam gemacht werden. Wenn Sie also Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung kennen, die sich für so etwas interessieren könnten, informieren Sie diese bitte über die neuen Möglichkeiten.

Der deutschsprachige Flyer mit dem Programm für die Monate März, April und Mai findet sich hier. Gedruckte Exemplare können jederzeit bei der Anlaufstelle bezogen werden.

Online finden sich die Informationen hier. Ebenda finden sich auch elektronische Flyer auf Französisch, Englisch und Spanisch. Auch von diesen können gedruckte Exemplare jederzeit bei der Anlaufstelle bezogen werden.

Operation Papyrus - Öffnung der Härtefallregelung in Genf

Bereits seit rund zwei Jahren arbeiten wir hier in Basel an einer Öffnung der Härtefallregelung. Bisher wurden vom kantonalen Migrationsamt fast ausschliesslich Familien mit Kindern oder Personen mit schweren gesundheitlichen Problemen als Härtefälle anerkannt. Mit der Nicht ohne unsere Freund*innen!-Kampagne konnten wir erreichen, dass nun auch erste Einzelpersonen ohne gesundheitliche Schwierigkeiten Bewilligungen über die Härtefallregelung erhalten haben. Damit diese Veränderung der Praxis auch Bestand hat, suchen wir momentan das Gespräch mit dem Migrationsamt und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Dass mit der Härtefallregelung einiges bewegt werden kann, zeigt der Kanton Genf. Vor einer guten Woche wurde bekannt, dass im Rahmen der sogenannten Operation Papyrus bereits 590 Sans-Papiers regularisiert wurden und noch viele weitere folgen sollen. Grundlage für die Regularisierungsaktion war ein vereinfachtes Härtefallverfahren mit klar definierten Kriterien. Damit auch Personen in schweren persönlichen Situationen, welche die Kriterien nicht erfüllen, nicht an sich ausgeschlossen werden, wurde an der Einzelfallprüfung festgehalten. Dazu ist die "Operation" eingebunden in verschiedene Massnahmen zur Verminderung von Schwarzarbeit im Hausarbeitssektor.

Der grosse Präsenz des aktuellen Erfolgs aus Genf darf nicht darüber hinweg täuschen, dass im westschweizer Stadtkanton bereits seit Jahren eine gesellschaftliche und politische Offenheit gegenüber der Lebensrealität von Sans-Papiers besteht. Es ist nun dringend notwendig, dass auch in Basel die Schritte angegangen werden, damit eine solche Lösung hier möglich wird!

Die Juso Basel-Stadt hat bereits eine Petition gestartet, die sich an Baschi Dürr richtet und fordert, dass er "eine Operation Papyrus für Basel in Gang setzt". Unterschreiben kann man hier.

Unsere Medienmitteilung zu den Neuigkeiten aus Genf findet sich hier.

 
Stimme der Sans-Papiers 40

Im Februar ist die erste Stimme der Sans-Papiers für dieses Jahr erschienen. Wer Post von uns erhält, hatte sie schon letzte Woche im Briefkasten. Wer die Stimme zukünftig gerne nach Hause erhalten möchte, schreibt einfach an basel@sans-papiers.ch. Elektronisch gibt es die aktuelle Ausgabe der Stimme hier.

Auf der Frontseite informieren wir über den grossen Erfolg der Kampagne Nicht ohne unsere Freund*innen!, der einen Wendepunkt in der Basler Härtefallpraxis markiert. In einem spannenden Interview erzählen Beto und Meire, die im Rahmen der Kampagne nun Bewilligungen erhalten haben, wie es ihnen nun geht und was der ganze Prozess für sie bedeutet hat.

In der Folge unserer Studie zu den Folgen der Fachkräfteinitiative für den Bedarf an Migrantinnen, die Hausarbeit übernehmen, nehmen wir populäre Vorstellungen zur Sans-Papiers-Thematik unter die Lupe. Als erstes geht es in dieser Ausgabe um den Sogeffekt und eine Umfrage, die die Anlaufstellen in Basel und Bern diesbezüglich durchgeführt haben.

Schliesslich informiert die Union der ArbeiterInnen ohne geregelten Aufenthalt über ihre Kooperation mit der interkulturellen Bibliothek für Kinder und Jugendliche.

Viel Spass beim Lesen!

 
Impressum
Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel
Rebgasse 1, 4058 Basel
basel@sans-papiers.ch
www.sans-papiers.ch
PC-Konto: 40-327601-1

März 2017

Möchtest Du ändern, wie Du diesen Newsletter erhälst?
Du kannst Deine Einstellungen ändern oder Dich vom Newsletter abmelden.