Liebe Arthouse Kino-Gäste

Gerne stellen wir Ihnen heute unser zweitältestes Kino vor, das Arthouse Piccadilly.

Eröffnung des Piccadilly durch den aus Deutschland eingewanderten Schuhmacher Jean Speck am Donnerstag 31.10.1929 mit dem Militärschwank KACZMAREK von Carl Wilhelm.
Es war Specks viertes Kino und er sah das Piccadilly als ein „intimes, vornehmes Familientheater“.
 
In den 50er und 60er Jahren wurde das Piccadilly, auch dank der Leitung von Erika Kaestlin, ein führendes Haus des neu aufkommenden Studio-Genre, spielte in den 50er Jahren viele Bergmann-Filme und war das erste Kino in Zürich, das über eine Vorführautomatik verfügte.

1973 war das Kino von der Schliessung bedroht, da der bisherige Mieter, Edi Durrer, die neuen, sehr hohen Mietforderungen nicht mehr bezahlen konnte. Die Brüder Walter und Eugen Schoch mieteten zusammen mit Dieter Sigg das Kino sowie das ganze Erdgeschoss mit dem damaligen Restaurant Caprice. Nach einer umfassenden Renovation wurde Ende 1973 das heutige Restaurant/Bar Commercio, die gleichnamige Galerie und das erste Kleinkino Zürichs mit 47 Plätzen eröffnet. Der damals 27jährige This Brunner wurde mit der Programmierung des Kleinkinos Commercio beauftragt, das Kino Piccadilly an Dr. A.E. Scotoni untervermietet, der bereits einige Kinos besass. Bald schon erzielte das Commercio grosse Aufmerksamkeit, was der avantgardistischen und experimentellen Programmierung This Brunners geschuldet war. John Waters Film PINK FLAMINGO über den Transvestiten Divine wurde gar von der Polizei beschlagnahmt – die Kopie konnte nur dank eines Täuschungsmanövers This Brunners gerettet werden -  und DADDY, ein experimenteller Film in welchem die Künstlerin Niki de Saint Phalle die Inzestgeschichte ihres Vaters thematisierte, entging 1974 einer Beschlagnahmung nur durch die Absetzung des Films.
 
1991 verkaufte Scotoni seine Kinos an Max Frey, von dem die Kinos dann an die Kitag übergingen. Das Piccadilly jedoch wurde mit dem Commercio zusammengelegt und von der Arthouse Commercio Movie AG übernommen. 2011 wurde erneut umgebaut, das Commercio in Piccadilly 2 umbenannt und der Eingang des Kleinkinos führte nun nicht mehr durch das Restaurant.
 
Die Wände im Foyer und im Saal 1 zieren grossflächige Fotos der legendären Warhol Factory.
 
Nach dem Film, voll mit Eindrücken des eben Gesehenen, nimmt man die Seitenausgänge und steht wieder mitten im richtigen Leben der pulsierenden Stadt und wer weiss, vielleicht hat man ja Lust auf einen feinen Espresso oder es meldet sich ein Hüngerlein: das Commercio mit der wunderschönen Stehbar und seiner vorzüglichen italienischen Küche ist gleich um die Ecke!


Herzlichst

++ 100 JAHRE PATRICIA HIGHSMITH ++


Zum 100. Geburtstag von Patricia Highsmith drei Filmtipps von den zahlreichen Verfilmungen ihrer Romane.
 
Highsmith wurde am 19.1.1921 in Fort Worth, Texas geboren, verbrachte jedoch den grössten Teil ihres Lebens in Europa; Frankreich, England und in der Schweiz und schrieb auch unter dem Pseudonym Claire Morgan. Unter diesem Pseudonym veröffentliche Highsmith 1952 den Roman "The Price of Salt". Die Geschichte dreht sich um die 19jährige Therese, die sich in die einiges ältere Carol verliebt und basiert auf teilweise autobiografischen Erinnerungen der Autorin. Erst 1990 bekannte sich Highsmith öffentlich zur Autorschaft und der Roman wurde unter ihrem Namen mit dem Titel CAROL neu aufgelegt.
Der auf dem Roman basierende, gleichnamige Film CAROL wurde 2015 unter der Regie von Todd Haynes gedreht mit der umwerfenden Cate Blanchett in der Rolle der Carol und Rooney Mara in der Rolle der Therese und lief Ende 2015 in den Schweizer Kinos.
 

Insgesamt 5 Romane über den hedonistischen und amoralischen Kriminellen Tom Ripley entstanden zwischen 1955 und 1991.
Der erste Roman „The Talented Mr. Ripley“ wurde gleich zweimal verfilmt und zwar 1960 unter der Regie von René Clément mit dem Titel PLEIN SOLEIL mit Alain Delon in der Rolle des Tom Ripley. Patricia Highsmith äusserte sich zwar lobend über die Besetzung der Hauptrolle mit Alain Delon („exzellente Leistung" und "sehr schön für das Auge“), war aber unzufrieden mit dem abgeänderten, moralisierenden Schluss: im Roman kommt Ripley davon, im Film wird seine Verhaftung angedeutet.

 

Anthony Minghella verfilmte den Roman 1999 unter dem gleichnamigen Titel THE TALENTED MR. RIPLEY mit Matt Damon in der Rolle des Tom Ripley und zahlreichen weiteren Hollywoodgrössen (u.a. der umwerfenden Cate Blanchett). Der Film ist sehr frei adaptiert, es wurden einige Charaktere hinzugefügt und die Handlung teilweise abgeändert.
Patricia Highsmith konnte ihre Meinung zu diesem Film leider nicht mehr abgeben, sie starb am 4.2.1995 in Locarno.
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Arthouse Kinos · Nägelihof 1 · Zurich 8001 · Switzerland