Liebe Arthouse Kino-Gäste

Gerne möchten wir unsere Arthouse Kinos, die zum Teil eine sehr lange und bewegte Geschichte haben, mit einigen Hintergrundinformationen vorstellen. Wir beginnen mit einem der ältesten noch heute existierenden Kinos der Stadt Zürich.
 
Das Kino Uto feierte seine Eröffnung am 19.11.1927.
Es wurde als Arbeiterkino für die umliegenden Wohnquartiere gebaut, bot auch Stehplätze auf der Kinoempore an und wurde in den Anfangsjahren als „Zürichs billigstes Kino-Theater“ beworben.
Mehrmals wechselte das Kino den Besitzer bis P.B. Cassina Ende der 60er Jahre übernahm und nach einer gründlichen Renovation das Kino am 8.8.1968 unter dem neuen Namen „Studio Uto“ eröffnete. Nach den vorher üblichen Heimatfilmen wurden nun anspruchsvolle Studiofilme und Reprisen von Filmklassikern gespielt.

Der letzte Kinoalleinbesitzer Georg Derungs hat das Kino nach 36 Jahren 2013 an die Arthouse Gruppe übergeben, die es im gleichen Jahr sanft renovierte.
 
Baujahr 1926 durch den Architekten und Bauherrn Fritz Fischer. Das Kino Uto ist in eine Blockrandbebauung integriert, im Maskenrelief über dem Eckeingang sowie in den geometrischen Mustern der Balkongeländer und den Türen der Kino-Ausgänge sind Einflüsse des Expressionismus und der Art Déco erkennbar.

Als eines der letzten Kinos in Zürich besitzt das Uto einen funktionierenden 35mm Projektor, der auch heute noch eingesetzt wird, wenn es ihn braucht. Von Simon Schwendimann, langjähriger Kinoleiter und seit 1992 im Uto tätig, wurde vor einigen Jahren - noch vor der Digitalisierung in den Kinokabinen - eine kleine DOKUMENTATION gedreht, die ihn bei seiner Arbeit im Uto zeigt, wie er
- unter anderem - eine 35mm Kopie einfädelt.

Simons Statement:
"Filme können heute überall und auf allen gängigen Bildschirmen angeschaut werden. Seit fast 100 Jahren werden im Uto Filme gezeigt. Gerade heute der richtige Ort für richtiges Kino."
 
Noch heute trotzt das sympathische Quartierkino mit seiner einzigartigen Schaufensterbeschriftung von weissen Styropor-Buchstaben auf rotem Hintergrund den digitalen Werbeversuchungen der modernen Zeit.

Herzlichst

++ 100 Jahre Friedrich Dürrenmatt ++


Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt am 5.1.2021 möchten wir heute den 1958 von Ladislao Vajda gedrehten Film ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG nach dem Drehbuch von Friedrich Dürrenmatt und Hans Jacoby vorstellen. Dürrenmatt nahm 1957 den Auftrag des Filmproduzenten Lazar Wechsler an, ein Drehbuch über Sexualverbrechen an Kindern zu schreiben. Ursprünglich waren Regisseur Wolfgang Staudte und Hauptdarsteller Martin Held vorgesehen. Beide waren jedoch unabkömmlich und so wurden Regisseur Ladislao Vajda und Heinz Rühmann in der Rolle von Oberleutnant Matthäi verpflichtet, der den Mord an einem kleinen Mächen aufklären muss. In der Rolle seines Gegenspielers, Geschäftsmann Schrott, ist Gert Fröbe zu sehen.
 

Friedrich Dürrenmatt war vom Film nicht sehr begeistert, er hätte sich einen anderen Schluss gewünscht. Darum schrieb er im selben Jahr seinen Roman „Das Versprechen“ den er als „Requiem auf den Kriminalroman“ bezeichnete, der zwar auf seinem Drehbuch basierte, aber einen anderen Schluss enthielt.
Sean Penn verfilmte 2001 Dürrenmatts Roman mit dem Titel THE PLEDGE, mit Jack Nicholson und Patricia Clarkson in den Hauptrollen. Fälschlicherweise wird der Film als Remake von „Es geschah am hellichten Tag“ bezeichnet, der Film basiert aber tatsächlich auf Dürrenmatts Roman, eben ohne Happy End.
 
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Arthouse Kinos · Nägelihof 1 · Zurich 8001 · Switzerland