Liebe Arthouse Kino-Gäste

Seit bald einem Jahr sind wir alle die Protagonisten in einem sehr schlechten Horrorfilm, der einfach nicht aufhören will. Unser Gegenspieler, ein heimtückisches Virus, treibt mit uns ein teuflisches Katz-und-Maus-Spiel. Wir warten sehnlichst auf das Ende, zuweilen fühlt es sich sogar an wie ein Schrecken ohne Ende.

Gemäss aktuellem Stand dürfen die Kinos am 1. April wieder öffnen, das werden wir bald erfahren. Der Schrecken hat also vielleicht doch ein Ende, oder wenigstens einen Anfang vom Ende.
 
Die Filme im Kino haben alle ein Ende, einige davon gefallen uns, andere nicht und bei manchen ist das Ende offen, irgendwie unfertig. Dann sitzen wir im Kinostuhl und sind ratlos, was wir damit anfangen sollen. Man überlegt sich, wie die Geschichte weitergehen, wie sie enden könnte und legt sich seinen eigenen Schluss zurecht.
Wir stellen heute drei Filme vor, die den Abschluss, die Tür zur Geschichte offen lassen. Welches Ende hätten Sie denn gern?


Herzlichst

++ DREI FILME ++

 
The Graduate  von Mike Nichols, USA 1967
Wir schauen während des  Films dem jungen Benjamin Braddock zu, wie er sich nicht entscheiden kann. Überfordert von den Erwartungen der Gesellschaft, seiner Eltern und von ihm selbst an sich, schwimmt er in Lethargie und verstrickt sich in ein Liebesdreieck mit der älteren Mrs. Robinsons und ihrer Tochter. Die Tochter heiratet am Ende des Filmes einen anderen Mann und da endlich trifft Benjamin seine Entscheidung: Er brennt mit der Tochter am Tag der Hochzeit durch. Beide sind voller Freude und Begeisterung sich endlich gefunden zu haben. Da beginnt aus dem Off das Lied „Sound Of Silence“ von Simon & Garfunkel und das Lachen der beiden weicht langsam. Sie schweigen und nach und nach wird klar, dass die Ungewissheit sich wieder breit macht. Ein wunderschön melancholisches Ende, wo jeder für sich entscheiden muss, wie die Geschichte weitergeht. 
 

Inside Llewyn Davis von Ethan and Joel Coen, USA 2013
Der erfolglose Folksänger Llewyn Davis ist wirklich nicht zu beneiden. Gleich in der ersten Szene des Filmes wird er in einer Nebenstrasse brutal zusammengeschlagen. Was folgt ist eine Aneinanderreihung von falschen Entscheidungen und unglücklichen Zufällen. Kurz vor dem Ende gibt er trotz aller Widerstände seine beste Performance. Anschliessend befinden wir uns in der ersten Szene mit der Prügelei in der Gasse, mit der der Film schliesslich endet. Am Ende sind wir wieder am Anfang.
INSIDE LLEWYN DAVIS ist mehr als eine Hommage der Coen-Brüder an die Folkmusik; sie übernehmen die Struktur dieses Musikgenres und schreiben mit INSIDE LLEWYN DAVIS ihren eigenen Folksong, den sie mit dem Ende perfektionieren. Niemandem schaut man beim Scheitern so gerne zu wie dem Protagonisten der Coen-Brüder. Nicht ungefähr lautet ein Zitat des Filmes: "If it was never new, and it never gets old, then it’s a folk song."
 

The Party  von Sally Potter, GB 2017
Janet wurde von ihrer Partei als Gesundheitsministerin im Schattenkabinett nominiert. Das will die Politikerin mit ihrem Mann Bill sowie einigen Gästen feiern. Janets beste Freundin April kommt mit ihrem deutschen Partner Gottfried, auch das lesbische Paar Martha und die mit Drillingen schwangere Jinny sowie der Banker Tom erscheinen, Tom zwar ohne seine Frau Marianne aber in einem aufgebrachten Zustand ... und einer Pistole. Doch Tom ist nicht der einzige, der sich seltsam verhält. Es wird ein Abend der grossen Enthüllungen.
Wir sehen am Anfang des Films Janet, wie sie die Tür öffnet und die Pistole auf eine für uns unsichtbare Person richtet. Am Ende wieder die gleiche Szene, nur wissen wir jetzt, wer an der Tür steht. Schiesst sie? Schiesst sie nicht?

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