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30.04.2022

iv-news: Industrie zu 1. Mai: Arbeitskräftemangel und Lohnnebenkostenlast zentrale Herausforderungen für den Standort
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IV-GS Neumayer: Offene Stellen auf Allzeithoch – Beschäftigungsanreize stärken – Belastung des Faktors Arbeit reduzieren – Mit Entlastung Inflation abdämpfen

„Der Tag der Arbeit 2022 steht unter besonderen Vorzeichen: Die Zahl der offenen Stellen liegt auf einem Allzeithoch, was den Arbeits- und Fachkräftemangel verdeutlicht. Wer gute Arbeit im Land ausbauen will, der muss Beschäftigungsanreize stärken und den Faktor Arbeit weiter entlasten“, erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, anlässlich des morgigen Tages der Arbeit.

Offene Stellen im produzierenden Sektor verdoppelt
Zuletzt waren beim AMS beinahe 124.000 offene Stellen gemeldet und die Jobplattform des AMS „alle jobs“ weist sogar über 250.000 Stellenangebote aus. „Über 45.000 der beim AMS gemeldeten Stellen finden sich im produzierenden Sektor – diese Zahl hat sich im Fünfjahresvergleich mehr als verdoppelt und im Zehnjahresvergleich sogar beinahe vervierfacht. Diese Entwicklung ist alarmierend und zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Man muss dem Arbeits- und Fachkräftemangel gezielt entgegenwirken. Es braucht dringend eine umfassende Reform der Arbeitslosenversicherung, die Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit fördert. Eine bloße Erhöhung des Arbeitslosengeldes wäre hierfür der falsche Weg“, gibt Neumayer zu bedenken.

Zudem belasten die im internationalen Vergleich sehr hohen Lohnnebenkosten den Arbeitsmarkt und den Standort Österreich stark. Das wirkt wachstumshemmend und setzt negative Anreize für Beschäftigung. Laut Eurostat liege Österreich bei den Lohnnebenkosten um mehr als vier Prozentpunkte über dem deutschen Niveau. „Es gilt, wie auch im Regierungsprogramm vorgesehen, Potenziale zur Senkung der Lohnnebenkosten zu heben und die Lohnnebenkostenlast insgesamt spürbar zu senken“, unterstrich Neumayer.

Inflation nicht weiter anheizen
Auch angesichts der hohen Inflation plädiert die Industrie für konkrete Entlastungsschritte, die kostendämpfend wirken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärken. „Um die Preisstabilität zu erhöhen, braucht es einen richtig angelegten Entlastungskurs“, so Neumayer, der aufgrund der aktuellen Entwicklungen vor einer „Preis-Lohnspirale“ warnte. Entscheidend sei jetzt, die Teuerung nicht weiter anzuheizen. Aus diesem Grund wären steuer- und abgabenfreie Einmalzahlungen der beste Weg, um die Kaufkraft der arbeitenden Menschen zu stärken.

„Der Tag der Arbeit erinnert uns daran: Eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung kann es nur geben, wenn ausreichend Arbeits- und Fachkräfte verfügbar sind. Es müssen alle vorhandenen Potenziale ausgeschöpft werden“, erklärte der IV-Generalsekretär abschließend.