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Liebe Freundinnen und Freunde von Archijeunes
 
Vielleicht habt Ihr Euch schon mal die Zeit genommen und in den inzwischen knapp 120 Unterrichtseinheiten gestöbert, die auf unserer Plattform zu finden sind. Ein Architektenkollege hat mir neulich erzählt, dass er öfter die Archijeunes-Webseite durchstreifen würde, da ihm die dort präsentierten Inhalte Anregungen für seine Arbeit geben würden. Nun, anregend sind unsere Unterrichteinheiten allemal, auch vielseitig, oft überraschend und auch verspielt. Vermutlich interessiert einen das eine Thema mehr als ein anderes oder Sie stellen sich hie und da die Frage, wie relevant nun dieses Wissen tatsächlich ist, welches hier vermittelt wird. Diese Verantwortung geben wir dann gerne an die Autorinnen und Autoren der Unterrichtseinheiten weiter. 
 
Das wollen wir von Archijeunes nun ändern. Bezüglich der baukulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen gibt es für uns zwei wichtige Fragen: Da ist zum einen die Frage nach dem «wie» und zum anderen diejeninige nach dem «was». Wie lehren wir Baukultur und welche Inhalte lehren wir? In den bisherigen und auch in den diesjährigen Tagungen und Publikationen geht es meistens um die Frage, «wie» vermittelt werden soll. Auch die Frage der Wirksamkeit wird gestellt. Wir wollen einen Schritt zurücktreten und zunächst einmal fragen: Was soll überhaupt vermittelt werden? Was ist relevantes Wissen in der Baukultur? Oder anders ausgedrückt: Was soll, ja muss, ein mündiger Bürger über Baukultur wissen?
 
Zu dieser wichtigen Frage organisiert Archijeunes im November eine wissenschaftliche Tagung. Eingeladen werden namhafte Fachleute aus den Bereichen Architektur und Städtebau, Raumplanung, Landschaftsarchitektur, den Kulturwissenschaften und der Denkmalpflege wie auch Historiker, Energie- und Umweltspezialisten, Soziologen und Philosophen. Dieses Kolloquium soll systematische Forschungsbestrebungen in Baukultureller Bildung initiieren und ein wichtiger Schritt sein auf dem Weg, eine Baukulturelle (Allgemein) Bildung akademisch zu begründen und zu verankern. Sie alle sind zu diesem mehrtätigen Kolloquium herzlich eingeladen. Über Ort, Datum und Programm werden wir Sie auf unserer Webseite und in den kommenden Newslettern orientieren. 
 
Ich wünsche Ihnen nun schöne Ostertage und grüsse Sie ganz herzlich, 
 
Thomas Schregenberger 
Präsident Archijeunes

Kathrin Siebert in Solothurn:
Gespräch über Baukulturelle Bildung


Der Mai wird turbulent – zumindest in Solothurn. Bereits zum sechsten Mal findet in der alten Ambassadorenstadt am Fuss des Weissensteins der «Aktionsmonat Öffentlicher Raum für alle» statt. Vorgesehen sind zahlreiche Aktionen für Kinder und Jugendliche, so etwa ein mobiles Werkatelier oder die Veranstaltungsreihe «Mini Stadt – Mis Quartier», die sich über den ganzen Mai hinzieht. Baukulturvermittlung ist ebenso ein Thema: Unsere Geschäftsführerin Kathrin Siebert wurde vom Architekturforum Solothurn eingeladen, am 11. Mai die Ziele und Methodik von Archijeunes zu erläutern. Wir sind gespannt auf die Reaktionen in Solothurn!

Bericht aus Hongkong: Architecture for children

Seit 15 Jahren unterrichtet der in den Vereinigten Staaten am Pratt Institute ausgebildete Architekt Vicky Chan Kinder in Architektur – in seiner Heimatstadt Hongkong, in der das Thema des Zusammenlebens auf knappem Raum grosse Relevanz hat. Das Verstehen baukultureller Prozesse gehört deshalb in Hongkong zur «Grundausstattung» eines jeden Menschen. Diese Überzeugung hat zumindest Vicky Chan und sie treibt ihn an. Das amerikanische Online-Portal city lab stellte kürzlich Chans Arbeit in einem lesenswerten Porträt vor (in englischer Sprache). Einen wichtigen Satz picken wir heraus, weil er unser Anliegen sehr schön umschreibt: «Beim Entwerfen ist keine Lösung ganz richtig oder ganz falsch. Entwurf ist keine Mathematik-Aufgabe. Beim Sport kann man den Teamgeist beschwören, aber am Ende geht es um das Gewinnen und Verlieren. Der Entwurf hingegen spiegelt das wahre Leben, weil er keine absoluten Antworten hervorbringt.»

Vermittlung: Kurzfilme über Bauten

Die Stadt Zürich mit ihren über 400'000 EinwohnerInnen ist eine Bauherrin mit Gewicht. Über hundert Bauprojekte werden nach Angaben des Amts für Hochbauten (AHB) pro Jahr geplant und ausgeführt. Einige dieser Bauten wurden zu regelrechten Leuchttürmen der Architektur, wie etwa das Schulhaus Leutschenbach (Architektur: Christian Kerez). Andere werden weniger wahrgenommen, viele davon dienen in den Quartieren der Bevölkerung. Die Kommunikationsabteilung des AHB hat nun einen aus unserer Sicht vorbildlichen Versuch unternommen, das enorme Potenzial einer hohen Qualität in der Baukultur mit einfachen Mitteln zu erklären Sie wählte das Medium des Films und stellt in kurzen Porträts die Bauten vor: ArchitektInnen erklären, was sie entworfen und gebaut haben, während die Kamera die Gebäude im Betrieb zeigt. Passend dazu hat das AHB bereits im letzten Jahr einen illustrierten Stadtplan erarbeitet, auf dem realisierte und geplante Bauten gefunden werden können. Schauen Sie doch mal vorbei und bilden Sie sich eine eigene Meinung!

Save the date:
Baukulturtagung in Genf am 4./5. November 2019


Die im Januar 2018 präsentierte Davos Declaration entfaltete eine erstaunlich breite Wirkung (wir haben mehrmals darüber berichtet). Nun geht das federführende Bundesamt für Kultur BAK einen Schritt weiter und möchte an einer Tagung im Pavillon Sicli in Genf der Qualität in der Baukultur auf die Spur kommen. Die Konferenz trägt den Titel «How to measure Baukultur» und soll am 4. und 5. November stattfinden. Ob Baukultur tatsächlich messbar ist, wird sich dann weisen. Die Frage jedenfalls macht schon mal neugierig.


Filmtipp: «Gateways to New York»

Der Schweizer Ingenieur Othmar Ammann (1879–1965) war ein echter Pionier der Baukultur. Es passte gut, dass einer wie er zwei Jahre nach Abschluss seines Studiums an der ETH Zürich aus der kleinen Schweiz nach Amerika auswanderte und dort Brücken baute, wie sie es zuvor noch nie gegeben hatte. Die von ihm konstruierten Brücken prägen Manhattan bis heute. Der Schweizer Regisseur Martin Witz hat dem genialen Ingenieur mit «Gateways to New York» eine filmische Hommage gewidmet, die seit dem Start in den Kinos Anfang April Begeisterung auslöste. An den Solothurner Filmtagen gewann Witz mit seinem Film sogar den «Prix du publix» (ein Interview mit dem Regisseur finden Sie hier). Ergänzend erwähnt sei folgender Buchtipp: 2003 publizierte der amerikanische Historiker David Billington ein aufschlussreiches Buch mit dem Titel «The Art of Structural Design», in dem er eine Schweizer «Genealogie» der grossen Brückenbauer präsentierte, von Othmar Ammann über Robert Maillart und Heinz Isler bis hin zu Christian Menn.
Archijeunes

Baukulturvermittlung für
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