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Baukulturelle Bildung als gesellschaftliche Verantwortung



Liebe Freundinnen und Freunde von Archijeunes
 
Die «natürliche» Umwelt zu schützen, da sind wir uns einig, ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Den Klimawandel in Grenzen zu halten, die Biodiversität zu stärken und die Schadstoffe in der Luft, im Boden und im Wasser klein zu halten, das geht uns alle an. Das dafür nötige Wissen über die natürliche Umwelt erhalten wir in der Schule, und das ist wichtig und gut so.  
 
Wie aber verhält es sich mit der gebauten Umwelt, mit unserer Baukultur? Auch sie spielt eine zentrale Rolle bezüglich der Qualität unseres Lebensraums. Die Baukultur sei, so die europäischen KulturministerInnen in der «Erklärung von Davos», ausschlaggebend für die soziale Interaktion und den Zusammenhalt, für die Kreativität und die Identifikation mit dem Ort. Wo aber lernen wir etwas über die Baukultur und die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge bezüglich unserer gebauten Umwelt? Woher haben wir das Wissen, um uns einzubringen in einer Debatte um die gebaute Umwelt, der Entwicklung eines Dorfes zum Beispiel, einer Siedlung, eines Quartiers oder einer Stadt? Wo lernen wir, mit unserer gebauten Umwelt fürsorglich umzugehen?
 
In der Schule wird zwar über Baukultur gesprochen, allerdings nur punktuell und abhängig vom Interesse und Hintergrundwissen der Lehrpersonen. Was es aber braucht, ist ein zirkulärer Wissensaufbau und eine systematische Auseinandersetzung mit der Baukultur. Genau das ist das Anliegen von Archijeunes, deshalb haben wir uns vorgenommen, in den nächsten zwölf Monaten Informations- und Diskussionsveranstaltungen in den Schweizer Pädagogischen Hochschulen zu organisieren, um mit den angehenden Lehrkräften und ihren DozentInnen über die Einführung von baukultureller Bildung an den Schulen zu reden. Eine kleine Ausstellung begleitet unsere Tour durch die Pädagogischen Hochschulen.
 
Auch suchen wir in dieser Sache das Gespräch mit VertreterInnen der Bildungspolitik. Am Mittwoch 25. August um 19 Uhr organisieren wir zusammen mit dem Archverein im Zentrum Architektur Zürich ZAZ eine Podiumsdiskussion über Sinn und Möglichkeiten baukultureller Bildung an Schweizer Schulen. Beteiligte sind die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK, Silvia Steiner, der Leiter der Sektion Baukultur im Bundesamt für Kultur BAK, Oliver Martin, die Direktorin von éducation21 Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Klára Sokol sowie die Geschäftsführerin von Archijeunes, Kathrin Siebert. Der von Karin Salm moderierte Live-Anlass wird gestreamt und aufgezeichnet.
 
Unsere Umwelt ist wichtig für uns, sie zu verstehen und mit ihr umgehen zu können ist elementar. Das Wissen über die gebaute Umwelt zu vermitteln ist eine gesellschaftliche Verantwortung und gehört darum an die Schulen.
 
Herzliche Grüsse
Thomas Schregenberger, Präsident Archijeunes
 

Aus unserem Netzwerk:
Drumrum Raumschule


Seit über zehn Jahren belebt die drumrum Raumschule mit Sitz in Basel die Szene der Schweizer Baukulturvermittlung. Die Architektin Nevena Torboski und der Pädagoge Fabian Müller teilen sich das Präsidium des Vereinsvorstands, womit die strukturellen Voraussetzungen bereits glänzend sind. Beliebt sind die Sommerworkshops und die Kurse, etwa «Konstruieren & Bauen», die sich jeweils über mehrere Wochenenden erstrecken. Von sich reden macht die drumrum Raumschule auch ausserhalb Basels mit den Schülerwettbewerben, so etwa dem breit angelegten Architektur-Wettbewerb «Grün, Verde, Vert(e)» in Zürich, der wegen der Corona-Pandemie vom Frühling 2020 auf 2022 verschoben wurde. Nicht zuletzt bietet sich die Schule für die Durchführung partizipativer Prozesse mit Kindern an – ein immer wichtiger werdender Bereich der Baukulturvermittlung.

Buchtipp:
Kinder erkunden die lokale Baukultur


Wir dürfen uns auf ein Buch freuen, das derzeit an der Pädagogischen Hochschule Schwyz vorbereitet wird und das im Februar 2022 erscheinen soll: Es heisst «Kinder erkunden die lokale Baukultur» und ist als Unterrichtsdossier für SchülerInnen des 1. bis 3. Zyklus angelegt. Die drei AutorInnen setzen sich schon seit Längerem auf verschiedenen Ebenen mit baukultureller Bildung auseinander: Noëlle von Wyl ist Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Schwyz und eine prägende Persönlichkeit im Bereich der baukulturellen Bildung in der Schweiz; Lea Weniger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PH Schwyz und forscht im Themenfeld «Räumliches Denken und Handeln»; Barbara Windholz ist Architektin und Mitbegründerin der Bildschule K’Werk Zug.

Baukultur in Kärnten:
Spielräume und Ideenräume


Anlässlich des Kärntner Baukulturjahres 2021 sind soeben zwei neue Bände zum Thema Baukultur erschienen: «spielRÄUME» macht die Essenz von über 600 Projekten sichtbar, die in den vergangenen 15 Jahren in Schulen, Kindergärten, privaten Initiativen, Städten, Gemeinden und Kulturvermittlungseinrichtungen durchgeführt wurden. Ausgewiesene Ziele sind ein verantwortungsbewusstes Denken im Bereich der Baukultur und die nachhaltige Förderung des Verständnisses junger Menschen für ihr bebautes und gestaltetes Umfeld. «ideenRÄUME» lässt zehn Jahre Ideenwettbewerbe an der FH Kärnten Revue passieren. Die Aufgabenstellungen der Wettbewerbe haben immer einen regionalen Bezug; es geht also etwa um den Umgang mit der Landschaft und das Leben auf dem Land. Die Dokumentation veranschaulicht – untermauert durch Statements der Beteiligten – die Bereicherung einer interdisziplinären und interinstitutionellen Zusammenarbeit in der Architekturvermittlung.

Manifest: Bildung in Beton


Wachsende Städte brauchen auch mehr Schulen. Der Berliner Senat hat deshalb eine breit angelegte Schulraumoffensive gestartet. Das Haus der Kulturen der Welt initiierte im Rahmen der kürzlich gezeigten Ausstellung «Bildungsschock» das Projekt «Bildung in Beton». SchülerInnen konnten hier aktiv an der aktuellen Bildungsdebatte teilnehmen. In acht Berliner Schulen gingen Kinder und Jugendliche folgenden Fragen nach: Wie lernt es sich heute in den Bildungslaboratorien von gestern und wie lassen sie sich als Lernumgebungen der Zukunft mitgestalten? Wie die Schulen mit künstlerischen Mitteln erforscht wurden, zeigen diverse Filmmaterialien zu den einzelnen Projekten. Ans Herz legen möchten wir Ihnen auch das Manifest «Her mit dem Beton!», in dem besagte SchülerInnnen ihre Vorstellungen für die Bildungslandschaften der Zukunft präsentieren. Möge es uns als Inspirationsquelle dienen – denn Schulhausbauten, ob neu oder bestehend, sind ja auch hierzulande ein wichtiges Thema.
Archijeunes
Baukulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche


Postfach 907
4001 Basel
office@archijeunes.ch
Ein gemeinsames Projekt
von SIA und BSA

   






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