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Ein Newsletter... mit Pünktchen. Special Guest:
Siri. Wörter auf Polnisch, Türkisch,
Schweizerdeutsch. Und: ein erster Podcast-Tipp.
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Editorial
C. ist noch da. Masken sind normal geworden, ja langweilig. 


Folgendes aber – ist alles andere als langweilig, und darüber schreiben wir hier: 
 
Schweizerdeutsch. Drei Pünktchen. Leporellos. Gürti. Und mehr.

Freude!
 
Ihre und eure Trollhausers
Martin Rutishauser, Matthias Troller
Die deutsche Sprache
Heute: Schweizerdeutsch.
 
Wenig überraschend: Wir sind keine Freunde von geschriebener Mundart. Aber gut, isch normal hütt. Wir haben Whatsapp-Nachrichten unserer Töchter auch schon auf Schweizerdeutsch beantwortet.
 
Klar, super finden wir gesprochen rausgehauenes Schweizerdeutsch. Was für Wörter es da gibt! Zunderobsi, tämpele, plegere, chrömle, Schafseckel. Ups, Äxgüsi. Die Bildhaftigkeit und lautmalerische Kraft vieler Dialektausdrücke ist schon grossartig. Da kann die Standardsprache einpacken. Ist halt Standard. 
 
Zum Glück gibt es die Helvetismen. Auch die mögen wir, nutzen sie gut und gerne, zumindest für unsere eigenen Texte, sie bereichern. Parken? Niemals! Wir benutzen keinen Gehsteig. Der Radio ist bei uns maskulin. 
 
Und nach Feierabend gehen wir in den Ausgang. Wohin denn sonst?
Akustik
Podcast im Ohr.

Ja, wir sind Fans des Formats. Darum stellen wir Ihnen unsere Lieblingspodcasts vor. Hier und in den kommenden Newslettern.
 
Und da wir grad beim Schweizerdeutsch sind, heute: Dini Mundart, ein SRF-Podcast. Markus Gasser (damals, ja damals, schön ist’s gewesen, oft Partygast in Rutishausers Riehener Villa-Kunterbunt-WG) und Nadia Zollinger (kennen wir nicht persönlich) sprechen über Anglizismen, Germanismen und darum, ob es Schweizerdeutsch überhaupt gibt – auf super sympathische Weise. Der Link, hier.
Ihre Frage an Gürti
«Wild essen, geht das auch mit dem Gürteltier?»


Jak fajne to jest?
Yeah, polnisch.

Sieht super aus, oder? Klingt auch wunderschön. Und es macht einfach Spass: ein Trollhauser-Text in einem polnischen Fachmagazin. Unser Kunde: die Durrer Spezialmaschinen AG in Immensee. 


Hier der ganze Artikel… für alle des polnischen Mächtigen.



Nachtrag: Mittlerweile gibt’s den auch auf Türkisch. Harika!
 
Hübsche Drucksachen
Der Leporello.

Schön gestaltbar, viel Information. Ohne Bostitch, ohne Kleber, ohne Wlan, ohne Klimbim. Wie eine Broschüre, nur in Wirklich-Cool. Gefalzt, ganz einfach, und das gleich mehrfach.
 
Interessant ist auch sein Name.
 
Ja, jetzt kommt, was OpernfreundInnen längst wissen: Leporello ist der Diener Don Giovannis. Er führt Buch über dessen Affären. Kein besonders dankbarer Job, nebenbei. Nun, während der sogenannten Register-Arie entfaltet Leporello eine ellenlange Liste, ein x-mal gefaltetes Papier: ja, wie eine Handorgel.
 
Dieser Diener ist wohl der einzige schlecht gelaunte Leporello. Alle anderen scheinen bestens drauf zu sein, wir mögen das Format: für Produktbroschüren, Eventprogramme, Mailings. Warum nicht einmal eine Website als Leporello machen?
 
Fun Fact: Schon die Maya kannten Leporellos, wussten aber natürlich nicht, dass sie so heissen: Schon im 15. Jahrhundert haben sie ihre Handschriften wie Handorgeln gefaltet. Kompletter Wahnsinn, oder?


Einfach gestrickt, vielfach gefaltet: Leporello und Trollhauser. Hier unser B2B-Leporello für Curaprox’ Zahnpasta «Be you». 
 
Stolpern
Körperteile beim Schreiben, Teil 4.
 
Nein, es geht nicht um den Fuss, den hatten wir ja schon, (Kopf und Bauch auch). Wenn wir vom Stolpern sprechen, geht es uns ums...
 
...Ohr.
 
Wie klingt, was wir texten? Rhythmisch? Oder wie ein asthmatisches Rhinozeros?


Achtung, jetzt kommt's: Dieser Text ist sehr lang geworden; deshalb haben wir ihn für Sie vorlesen lassen, von Siri, hier.
 
Gearbeitet
Ja, auch wieder.
 
Zum Beispiel Webtexte: für KieferorthopädenBun-GrossbäckereienCoachesLichtspezialistInnenSpezialmaschinenherstellerKMU-Marketing-Profis; dann Flyer, Mailings und Broschüren für die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), die Schweizerische Konferenz der Höheren Fachschulen, DeinWein in Schenkon, die Katholische Kirche der Region Bern, die Öpfelfarm in Mostindien; Beratung für die Fachstelle Kulturvermittlung, Kanton Aargau; und einige Namings, eines davon dürfen wir erwähnen: «Lemon» für
ein junges Format des Luzerner Forums für Sozialversicherung und Soziale Sicherheit. Für dieses Forum haben wir auch den Geschäftsbericht neu konzipiert. Ja, und da gäbe es das eine oder andere mehr, das wir zwar nicht absichtlich unter den Teppich kehren, das uns gerade aber nicht einfällt. Und: Bald gibt es eine unglaublich sensationelle Zahnbürste. Wir danken herzlich.
 
 
Drei Pünktchen plötzlich geil
Schon lange nichts mehr gehört von der Arbeitsgruppe Aufklärung der Abteilung für Buchstaben, Sonder- & Satzzeichen. Hier ist sie wieder.
 
Manchmal sieht man am Ende eines Satzes einfach drei Pünktchen...
 
Ist das toll? Eher nein. Es hat etwas Bedeutungsschweres, Raunendes, Unklares... Ja, man überlässt es den LeserInnen, was sie dazu denken. Aber auf recht manipulative Art.
 
Also. Wir meinen: Drei Pünktchen, Finger weg. Sehr uncool. Im schlimmsten Fall wird da etwas hineingedeutelt, was man gar nicht meint. Und das schadet. Also lieber einfach sagen, was man meint.
 
Das dachten wir bisher, wenn es um die drei Pünktchen geht. Jetzt haben wir noch ein bisschen mehr nachgedacht. Und nun finden wir diese drei Freundchen ziemlich cool. 
 
Aber nur in zwei Fällen:
 
1 — Als Unterbrecher, wenn der Abschnitt zu lang wird. Dann kann man an einer geeigneten Stelle mitten in einem Satz einfach drei Pünktchen setzen…
 
... und mit etwas Luft dazwischen gleich weiterfahren, idealerweise mit drei Pünktchen startend. So sieht das doch wunderhübsch aus. Siehe auch oben, beim Stolpern, also dem Ohr.
 
2 — Statt des Gedankenstrichs. Also nicht um vage zu raunen, sondern um etwas klar zu betonen. Ja, ist das denn nicht ... einfach toll? Besonders zu empfehlen für Websites; auch dann, wenn man nicht weiss, mit welcher Tastenkombination der Gedankenstrich zu erzeugen ist.
 
Na... wie seht ihr das?
 
Perlen des Internets
Vergessene Bahnen.

Man kann darüber lachen. Man kann sich aber auch freuen. Denn diese Website, die seit fast 20 Jahren nicht erneuert wurde, ist eine Wohltat:
 
vergessene-bahnen.de wird zwar ab und zu aktualisiert, sieht aber genauso aus wie 2002. 
 
Das Schöne: Kein Blinken, keine Werbebanner, nichts bewegt sich. Es gibt nur Text, Fotos, Karten. Der Bullshit-Index von stellenweise 0,06 auf www.blablameter.de ist fantastisch, der Text gar Poesie:


«Die Strecke: eingleisig, die Schienen rostig, die Schwellen morsch, die Weichen verbogen, die Signale tot. Zug ist hier schon lange keiner mehr durchgekommen. Die Bahnhöfe verfallen, die Wartehäuschen sind windschief, die Bahnsteige verkommen. Halme und steile Gräser wachsen zwischen den Schwellen, Löwenzahn sprengt den Beton der Bahnsteigkante», www.vergessene-bahnen.de, abgerufen am 5. Oktober 2020
 
Ja, hier steht kein Buchstabe zu viel. Und auch sonst gibt es auf dieser Website nichts, das nervt. 
 
Übrigens: Wir interessieren uns eigentlich ja nicht für vergessenen Bahnstrecken. Trotzdem lieben wir diese Website. Weil: Sie tut gut. Also: Ab und zu anstarren.


 
Screenshot vom 22. Oktober 2020
 
Neulich in einem Buch
Pedro Lenz, Der Weg zum Himmel. Siebzig Heldenporträts, Knapp Verlag 2020.
 
«(…) Allerdings ist die Fussball-Ornithologie keine exakte Wissenschaft. Deshalb lässt sich die Frage, was tatsächlich eine Schwalbe ist und was eher nicht, kaum je schlüssig beantworten.» (S. 86)
 
Gibt’s zum Beispiel hier.
Kommunikation
Zu C-Zeiten.

Ja, man kann es nicht wegschweigen. Es gilt zu kommunizieren, im Austausch zu bleiben, top of mind. Wie? Gar nicht so einfach. Man will’s ja auch nicht übertreiben. Aber: ein Newsletter? Eine neue Website? Ein ... Leporello? Sogar ein neuer Name? Klar, bloss kein Aktionismus. Aber auch nicht Trübsal blasen, abwarten, Tee trinken. Wenn Sie wollen: Wir kommen auf Ideen. Gerne.


 
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