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Olga Tokarczuk und Peter Handke | Vortrag Weißrussland | Franz Heinz zum 90. Geburtstag |  Letní hokej / Off Sides | Das Tobsdorfer Chorgestühl | Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen | Dietrich Mattausch | 1945 um 19.45 Uhr in 45 Minuten: Gerhard Nebel 
15. Januar – 19.00 Uhr 

Olga Tokarczuk und Peter Handke

Literaturnobelpreisträger 2018 und 2019

Der Literaturnobelpreis ist zweifelsohne der bekannteste Literaturpreis der Welt und jedes Jahr wird mit Spannung erwartet, wer ihn erhält. Im vergangenen Jahr durften sich zwei Autoren über die Auszeichnung freuen. Die erfolgreiche polnische Schriftstellerin und Psychologin Olga Tokarczuk erhielt rückwirkend den Preis für 2018, der Österreicher Peter Handke für 2019.Während die Preisvergabe an Tokarczuk große Begeisterung und Zustimmung fand, wurde die Entscheidung des Nobelpreiskomitees für Handke wegen dessen Äußerungen zum Jugoslawienkrieg stark kritisiert. 
In seinem Vortrag stellt Michael Serrer, Literaturwissenschaftler und Leiter des Literaturbüros NRW, die beiden Preisträger und ihr literarisches Werk vor und bewertet die Entscheidung des schwedischen Nobelpreiskomitees. 
In Kooperation mit: Literaturbüro NRW 
20. Januar – 19.00 Uhr 

Weißrussland auf dem Weg nach Europa? Perspektiven nach der Parlamentswahl vom November 2019

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Olga Shparaga 

Die westlichen Medien waren einmütig wie selten der Meinung: das war nicht wirklich eine Wahl. Am 17. November 2019 waren die Wahlberechtigten unter den rund 9,5 Millionen Einwohnern Weißrusslands dazu aufgerufen, die 110 Abgeordneten des Nationalparlaments zu bestimmen. Der seit 1994 amtierende Präsident Alexander Lukaschenko hatte mit seinen Helfern allerdings schon vorab dafür gesorgt, dass oppositionelle Kräfte keine Chance hatten. Dennoch stellt sich weiterhin die Frage, wohin sich Weißrussland in Zukunft orientieren wird: zum großen und machtbewussten Nachbarn Russland hin oder eher doch zu den westlichen Nachbarn Polen, Lettland und Litauen, die allesamt der EU und der NATO angehören. Olga Shparaga lehrt am College of Liberal Arts (ECLAB) in Minsk und ist derzeit Gastdozentin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
In Kooperation mit: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. DGO und Lehrstuhl für Geschichte und Kulturen Osteuropas an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
22. Januar – 19.00 Uhr

Noch längst nicht alles gesagt. Franz Heinz zum 90. Geburtstag

Lesung und Gespräch

Franz Heinz hat sich das Wort nie verbieten lassen – und das war schwer. Heinz wurde 1929 im Banat als Deutscher rumänischer Staatsangehörigkeit geboren, die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts haben sein Leben geprägt. Dennoch hat er sich als deutschsprachiger Autor im kommunistischen Rumänien etablieren können. Bis die Bedrückung durch die Ceaușescu-Diktatur unerträglich wurde und er – wie viele, die sein Schicksal teilten – lieber auf die Heimat als auf die Pflege der eigenen Sprache und Kultur in Freiheit verzichtete, so schwer das auch war. Seit 1976 ist Franz Heinz ein aus Rumänien stammender deutscher Dichter in Deutschland, was auch nicht immer einfach war. Und sein umfangreiches Werk ist heute, da er 90 Jahre zählt, noch immer nicht abgeschlossen. Ein Abend mit und zu Ehren von Franz Heinz, mit neuen und älteren Texten.
In Kooperation mit: Literaturbüro NRW
22. Januar – 19.00 Uhr

Letní hokej / Off Sides

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2019, 75 Min., OmeU, Regie: Rozalie Kohoutová und Tomáš Bojar

Vor ein paar Jahren begann eine Handvoll Enthusiasten in Marokko Eishockey zu spielen. Als man in der tschechischen Botschaft vor Ort davon erfuhr, beschlossen die Diplomaten, dies zu unterstützen. So entstand die Idee zu einem Freundschaftsspiel von zwei Jugendmannschaften, ein Team aus dem ostböhmischen Náchod macht sich nun bereit für die weite Reise. Die Kamera von Rozálie Kohoutová und Tomáš Bojar ist mit dabei und fängt die Reisevorbereitungen einiger Jungs, die Ankunft bei den Gastfamilien und die ersten Versuche, in einem unbeholfenen Englisch mit den gleichaltrigen Marokkanern zu kommunizieren, ein. Dabei kommt es immer wieder zu komischen Situationen, aber manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Einige Monate später tritt die marokkanische Mannschaft für das Rückspiel die Reise nach Tschechien an. Lodernde Teenager-Egos, von der Begegnung auf dem Eis angeheizte Spannungen und ein Film, der seiner Linie treu bleibt: den Nationalstolz der Teenager beobachten, der manchmal unter Einsatz von Hockeyschlägern und bei hitzigen Diskussionen im Bus zu entgleiten droht. 
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin 
28. Januar – 15.00 bis 18.15 Uhr

Kindheitsmuster. Erinnerungen an Nazi-Diktatur, Flucht und Vertreibung in der Literatur Ost- und Westdeutschlands

Vortrag von Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder

Tagungsort: Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter, Johannes-Albers-Allee 3, Königswinter | Der Vortrag findet innerhalb des Zeithistorischen Seminars des Johannes-Albers-Bildungsforums »Nachkriegskin-
der – Erziehung im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit« statt, das vom 27. bis 29. Januar in Königswinter angeboten wird. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.azk-csp.de – Bildungsangebote. Weitere Informationen zum Programm: www.azk-csp.de
29. Januar – 19.00 Uhr

Das Tobsdorfer Chorgestühl und seine Restaurierung

Siebenbürgische Chorgestühle des Meisters Johannes Reychmut aus Schäßburg 
Ausstellungseröffnung 

Am Anfang stand ein Fund 2009 in Siebenbürgen, im Kreis Hermannstadt/Sibiu in Tobsdorf (heute: rumänisch Dupuș, ungarisch Táblás). Ein Bretterhaufen in einer Kirche, ein in mehrere Dutzend Einzelteile zerlegtes gotisches Chorgestühl aus Tobsdorf. Der Studiengang Konservierung und Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten an der Hochschule für Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die enge Kontakte zu Siebenbürgen pflegt, nahm sich nach Absprache mit der rumänischen Denkmalpflege und der Evangelischen Kirche dieses Objekts an. Acht Jahre der Erforschung, Dokumentation und Restaurierung folgten. Die Ausstellung, die von Master-Absolventinnen, Studierenden und dem Werkstattleiter konzipiert wurde, zeigt auf erfrischende Weise in Tafeln und Kurzfilmen die komplizierte Restaurierung des siebenbürgischen Chorgestühls aus dem Jahre 1537. Gezeigt wird auch eine originalgetreu nachgebaute Stalle (Sitzabteil). 
Ausstellungseröffnung gemeinsam mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
Laufzeit der Ausstellung: 30. Januar bis 15. März 2020
In Kooperation mit: Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
29. Januar – 19.00 Uhr

Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – Ein europäisches Kulturerbe

Ausstellungseröffnung

Die Wanderausstellung wirft einen Blick auf die Kirchenburgen als eindrucksvollste architektonische Zeugnisse mittelalterlicher Architektur in Siebenbürgen (Rumänien). Sie wurde von der Stiftung Kirchenburgen, die unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis und des deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier für den Erhalt des kirchlichen Kulturerbes steht, dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, der Evangelische Kirche A. B. in Rumänien und der Technischen Universität Berlin entwickelt. Die Ausstellung informiert auf 24 farbigen Text- und Bildtafeln über die Geschichte der Kirchenburgen und verweist auf die aktuellen Initiativen, die sich vor Ort bemühen, die Kirchenburgenlandschaft zu erhalten und für den Tourismus zugänglich zu machen. Ungefähr 150 Kirchenburgen und Wehrkirchen sind erhalten. Erst sieben von ihnen gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Laufzeit der Ausstellung: 30. Januar bis 15. März 2020
In Kooperation mit: Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
29. Januar – 19.00 Uhr

Dietrich Mattausch im Gespräch

Ein Abend mit dem Schauspieler aus Leitmeritz

Veranstaltungsort: Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Steinstr. 48, Dortmund
Dietrich Mattausch, geboren in Leitmeritz/Litoměřice, wurde durch Fernseh- und Theaterrollen (u. a. »Die Piefke-Saga« und »Der Fahnder«) bekannt. Nicht nur im Hinblick auf seine Herkunft, sondern auch in seinem Schauspielerleben stößt man auf böhmische Bezüge: So spielte er 1984 in »Die Wannsee-Konferenz« Reinhard Heydrich, den Stellvertretenden Reichsprotektor des Protektorats Böhmen und Mähren, und 2007 in dem Film »Prager Botschaft« den dort in den turbulenten Tagen des Jahres 1989 amtierenden deutschen Botschafter Hermann Huber. In der Reihe »Böhmische Biografien« führt Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die böhmischen Länder, das Gespräch mit dem Schauspieler und zeigt Ausschnitte aus seinen Filmen.
Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder 
In Kooperation mit: Auslandsgesellschaft.de e. V. und Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e. V. (DTSG)
30. Januar – 19.45 Uhr 

Zwischen den Fronten. Kriegstagebücher von Gerhard Nebel 

Lesung mit Michael Zeller

Dieser Aushilfslehrer habe »ein wenig Feuer und einen erfrischenden Windstoß von Anarchie« in die Schule gebracht – so erinnerte sich viel später Heinrich Böll an seine Begegnung als Schüler mit Gerhard Nebel (1903–1974). Dieser unterrichtete 1936/37 für kurze Zeit am damaligen Kölner Kaiser-Wilhelm-Gymnasium Alte Sprachen und Sport. Da war Nebel schon mehrfach angeeckt, ein erklärter Nazigegner. Später zur Wehrmacht einberufen, wurde der vielsprachige Nebel als Dolmetscher eingesetzt, so im besetzten Paris, wo er zum Kreis um Ernst Jünger gehörte – bis die nächste Strafversetzung erfolgte. In seinen Tagebüchern richtete er einen schonungslosen Blick auf die Realität des Krieges und den Charakter des NS-Regimes.
Michael Zeller, Gerhard Nebels Wuppertaler Schriftstellerkollege, stellt dessen lange Zeit zu Unrecht vergessenen Kriegstagebücher vor, die er 2010 neu herausgegeben hat.
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